Zank und Streit
ums Kind

Grenzen überwinden

Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

ZAnK - Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

Wieso eine Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte?

Ausgangslage

Jedes Jahr streitet in Deutschland, aber auch weltweit, eine Vielzahl von Eltern darum, wie das Sorge- und wie das Umgangsrecht für die gemeinsamen Kinder ausgestaltet sein soll. Oft als Folge ungelöster Konflikte werden zudem jährlich mehrere hundert Kinder aus und nach Deutschland entführt. Entführer/in ist in der Regel ein Elternteil.

Eltern berichten, dass sie sich häufig alleine gelassen, in ihrem Anliegen teilweise nicht verstanden und nicht immer ausreichend beraten fühlen. Je langwieriger und aussichtsloser ein Verfahren erscheint, um so mehr Stellen schalten Eltern in ihrer Verzweiflung und in dem Glauben ein, von einer anderen Stelle schneller oder besser Hilfe zu erhalten: Polizei, Jugendämter, Rechtsanwältinnen und  Rechtsanwälte, Beratungsstellen, die Zentrale Behöِrde, Ministerien, Politikerinnen und Politiker und nicht zuletzt die Presse werden mobilisiert. In ihrem unbedingten Wunsch ihr Ziel zu erreichen und ihr Recht durchzusetzen, kann es geschehen, dass Eltern andere, naheliegende Dinge, wie einen geregelten Kontakt mit ihren Kindern, aus dem Auge verlieren.

Auch für Fachleute bedeuten Fälle mit Auslandsbezug zusätzliche Herausforderungen. Sprachliche Probleme, andere, kulturell bedingte Wertvorstellungen und Konfliktlösungsmechanismen, die Geltung internationalen oder ausländischen Rechts, große Entfernungen, die bis dahin gängige Lösungsmodelle unmöglich machen – all dies sind Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt.

Konsequenzen

Im Jahr 2009 nahm sich die Kinderkommission des Deutschen Bundestages dieses Themas an und erhob die Forderung nach der Errichtung einer Zentralen Anlaufstelle mit Lotsenfunktion, die Eltern in Kindesentführungsfällen beraten und ihnen unterstützend zur Verfügung stehen sollte.

Etwa zeitgleich erarbeitete die „Arbeitsgruppe Mediation im Zusammenhang mit dem Malta-Prozess“ Kriterien für die Errichtung „Zentraler Anlaufstellen für Mediation“ und formuliert Anforderungen an Mediatoren, die in internationalen Familienkonflikten tätig werden.

Ergebnis

Am 15. November 2011 betrauten Vertreter der zuständigen Bundesministerien (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Auswärtiges Amt, Bundesministerium für Justiz, Bundesministerium des Inneren und Innenministerkonferenz) den Internationalen Sozialdienst im Deutschen Verein in alleiniger Trägerschaft mit der Funktion einer Zentralen Anlaufstelle in grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikten sowie mit der Aufgabe der Zentralen Anlaufstelle für Mediation nach Malta-Prinzipien.


 

 

Aktuelles

 

Der ISD/ZAnK in den Medien

 
  • 17.04.2014 "Auf Teneriffa aufgegriffen - Höhlenkinder sind aus Lohmar"

    "Auf Teneriffa aufgegriffen - Höhlenkinder sind aus Lohmar"

    Kinderschutz endet nicht an Staatsgrenzen. Immer wieder sind Kinder in Lebenslagen, in denen entschieden werden muß, wo und wie ihnen am besten geholfen werden kann. Die "Höhlenkinder von Lohmar" sind nur ein Beispiel von vielen. Der Internationale Sozialdienst ist in Fällen dieser Art ein wichtiger Arbeitspartner. Er holt Informationen ein, leitet sie weiter und koordiniert Hilfen zwischen verschiedensten Beteiligten (Jugendämter, Botschaften, etc).

  • 21.02.2014 Artikel zur Kindesentführung in der Zeitschrift CLOSER

    Artikel zur Kindesentführung in der Zeitschrift CLOSER

    "Ich habe meine Töchter entführt" - Im Interview erläutert die Leiterin des ISD die Arbeit des Internationalen Sozialdienstes als Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte und gibt erste Informationen zum Thema Kindesentführung und Mediation.

  • 21.02.2014 Artikel zur Kindesentführung auf T-Online

    Artikel zur Kindesentführung auf T-Online

    "Nie im Leben hätte ich sie zurückgegeben!" - Im Gespräch erläutert die Leiterin des ISD die Besonderheiten von Kindesentführungsfällen und die Lösungsmöglichkeiten, z.B. Mediation. Zudem weist sie auf das Erfordernis hin, Fragen von Sorgerecht und Umgangsrecht vor einem Umzug in ein anderes Land zu regeln.

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