Zank und Streit
ums Kind

Grenzen überwinden

Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

ZAnK - Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

Kindesentführung

Von einer Kindesentführung spricht man, wenn

  • ein Elternteil ein Kind ins Ausland verbracht hat oder sich weigert, das Kind nach einem Auslandsaufenthalt nicht zum anderen Elternteil zurückzubringen,
  • die elterliche Sorge entweder beiden Eltern gemeinsam oder nur dem Elternteil zusteht, der das Kind nun nicht mehr in seiner Obhut hat und
  • der (mit-)sorgeberechtigte Elternteil einem Ortswechsel nicht zugestimmt hat

Wen kann es treffen?

Kindesentführungen sind nicht auf bestimmte Familien begrenzt, Staatsangehörigkeiten spielen keine Rolle:

  • Deutsche Paare
  • „Klassische“ bi-nationale Paare (deutscher und ausländischer Nationalität)
  • Paare, in denen kein Partner die deutsche, aber jeder eine ausländische Staatsangehörigkeit hat und
  • Paare, in denen beide Partner die deutsche Staatsangehörigkeit haben, aber aus einem anderen Kulturkreis stammen

sind gleichermaßen betroffen.


Entscheidend ist, um es vereinfacht zu sagen, dass Eltern ihr Kind in einen anderen Staat bringen, ohne sich zuvor mit dem anderen Elternteil (oder demjenigen, der die sog. elterliche Sorge inne hat) darüber verständigt oder eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt zu haben.

Gründe für eine Kindesentführung

Was einen Elternteil dazu veranlasst, sein Kind zu entführen, lässt sich nicht einheitlich sagen. Die Gründe sind vielfältiger Natur: Fehlende Berufsaussichten und fehlende finanzielle Sicherheit im Aufenthaltsstaat; soziale Isolation; die Sorge, das gemeinsame Kind zu verlieren, weil staatliche Institutionen einen als Ausländer benachteiligen könnten; unterschiedliche kulturelle Ansichten oder ein anderes Rechtsverständnis; das Gefühl, gescheitert zu sein und sein Glück in einem anderen Staat versuchen zu müssen; verletzte Gefühle; Gewalt in der Familie usw.
Manche Eltern sind sich der Folgen, die ihr Verhalten haben kann, nicht bewusst. Sie sind dann völlig überrascht, wenn sie Gerichtspost in ihrem Briefkasten finden.
Am besten ist es, wenn es gar nicht so weit kommt, dass ein Gericht oder die Polizei eingeschaltet werden müssen. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen deshalb auch Hinweise darauf geben, wie Sie sich im Vorfeld einer Entführung verhalten können.

Internationale Rechtsvorschriften

Angesichts der stetigen Zunahme von Kindesentführungsfällen erarbeitete die Haager Konferenz für Internationales Privatrecht in den 1980er Jahren das Haager Kindesentführungsübereinkommen, mit dessen Hilfe die schnellstmögliche Rückführung eines Kindes in die Wege geleitet werden soll (siehe dazu im Einzelnen auf den folgenden Seiten). Neben dem Haager Kindesentführungsübereinkommen gelten für Deutschland noch die europäische Verordnung „Brüssel IIa“ und das Haager Kinderschutzübereinkommen ( gleichfalls die folgenden Seiten).
Ziel dieser Rechtsvorschriften ist es insbesondere, Klarheit darüber zu schaffen, welche Staaten für den Erlass von Entscheidungen zuständig sind, ob und unter welchen Voraussetzungen bereits ergangene Entscheidungen in anderen Staaten anerkannt werden sollen und wie sie durchgesetzt (vollstreckt) werden können. Da nicht für alle Staaten die gleichen Regelungen gelten, sind Sie eingeladen sich an uns zu wenden.
 

 

Aktuelles

 

Der ISD/ZAnK in den Medien

 
  • 17.04.2014 "Auf Teneriffa aufgegriffen - Höhlenkinder sind aus Lohmar"

    "Auf Teneriffa aufgegriffen - Höhlenkinder sind aus Lohmar"

    Kinderschutz endet nicht an Staatsgrenzen. Immer wieder sind Kinder in Lebenslagen, in denen entschieden werden muß, wo und wie ihnen am besten geholfen werden kann. Die "Höhlenkinder von Lohmar" sind nur ein Beispiel von vielen. Der Internationale Sozialdienst ist in Fällen dieser Art ein wichtiger Arbeitspartner. Er holt Informationen ein, leitet sie weiter und koordiniert Hilfen zwischen verschiedensten Beteiligten (Jugendämter, Botschaften, etc).

  • 21.02.2014 Artikel zur Kindesentführung in der Zeitschrift CLOSER

    Artikel zur Kindesentführung in der Zeitschrift CLOSER

    "Ich habe meine Töchter entführt" - Im Interview erläutert die Leiterin des ISD die Arbeit des Internationalen Sozialdienstes als Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte und gibt erste Informationen zum Thema Kindesentführung und Mediation.

  • 21.02.2014 Artikel zur Kindesentführung auf T-Online

    Artikel zur Kindesentführung auf T-Online

    "Nie im Leben hätte ich sie zurückgegeben!" - Im Gespräch erläutert die Leiterin des ISD die Besonderheiten von Kindesentführungsfällen und die Lösungsmöglichkeiten, z.B. Mediation. Zudem weist sie auf das Erfordernis hin, Fragen von Sorgerecht und Umgangsrecht vor einem Umzug in ein anderes Land zu regeln.

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen
 
 
ZAnK beim ISD Internationalen Sozialdienst

Deutscher Verein Arbeitsfeld I im Deutschen Verein

Copyright © 2011 ff. Internationaler Sozialdienst ISD. All Rights Reserved. Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss